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Pressemitteilung 12.4.2014

Entschlossener Protest gegen NPD-Kundgebung
Bunt, vielfältig, kreativ und mutig zeigten sich heute zahlreiche AntifaschistInnen in Worms. Die rechte Partei NPD hatte für 11 Uhr am „Römischen Kaiser“ ihr Kommen angesagt. Sie wollten in einer Kundgebung ihre Zulassung zur Kommunalwahl feiern und für ihr Weltbild werben.
Doch spätestens ab 10 Uhr waren zahlreiche AktivistInnen, BürgerInnen, Gruppen und Zusammenhänge vor Ort, die den Platz umzingelten. So konnte das Blockadebündnis „Schöner leben – Nazis stoppen“ mit vielen UnterstützerInnen, darunter eine Sambaband, die zwei Kleinbusse der Nationalisten blockieren und fast zwei Stunden lang aufhalten, wodurch sich die Propagandaveranstaltung der Nazis verzögerte. Unterstützt wurde die bunte und vielfältige Blockade durch das laute Kirchengeläut der angrenzenden Gemeinden – Solidarität wurde Praxis.


Als die Rechten dennoch auf den Kundgebungsort gelangten, wurden sie rund um den Platz von Protestierenden, darunter Parteien, Jugendorganisationen, das „Bündnis gegen Naziaufmärsche“, KirchenvertreterInnen und AktivistInnen, empfangen, die die Propaganda der Rechten mit lautem Rufen, Pfeifen, Tröten und Sambamusik übertönten. Auch die Anwohner hatten sich vorbereitet und hängten Plakate mit der Aufschrift „Worms ist bunt“ oder „Schwarzbraun ist die hohle Nuss“ aus ihren Fenstern.


Den etwa 40 Nazis der NPD und aus Kameradschaften standen mehrere hundert Menschen – aus zahlreichen Zusammenhängen entgegen. „Uns war es wichtig“, so Heiko Kramer vom Wormser Bündnis Alternativkultur, „nicht irgendwo ein Fest zu feiern, sondern der Hetze der Nazis unseren direkten Protest entgegenzustellen. Wir dürfen nicht wegsehen, sondern müssen den Rechten ins Gesicht sagen: Euer Weltbild wird sich nie wieder durchsetzen! Das ist unsere Aufgabe als Gesellschaft.“


Einzig zu bedauern sei die Haltung der Stadt, von der sich die AntifaschistInnen – und zwar durch alle Bündnisse hindurch – mehr Unterstützung und Solidarität gewünscht hätten. Während Dr. Peter Kurz, Oberbürgermeister der Stadt Mannheim, bereits im Vorfeld klar gemacht hatte: „In Mannheim ist kein Platz für nationalistische, fremdenfeindliche Umtriebe. Deshalb begrüße ich die Ankündigung von Gegendemonstrationen gegen die bei dieser Veranstaltung zu erwartenden menschenfeindlichen Äußerungen.“ (Quelle: Rhein-Neckar-Fernsehen), blieb der Wormser Oberbürgermeister Michael Kissel bei vagen Wünschen eines Stadtfestes. Eine traurige Haltung, die sich auch auf das Vorgehen der Polizei auswirkte: ließ sie in Mannheim die Lautsprecheranlage der AktivistInnen zu, die die Propaganda der Nazis übertönte, wurden die Wormser schnell in Schranken verwiesen. Auch das unbedingte Durchschleusen der Nazibusse durch die Blockade hätte nicht zwingend umgesetzt werden müssen.


„Wir hätten uns von der Stadt und von OB Kissel mehr Mut und den politischen Willen zum Antifaschismus gewünscht. Denn die Menschen, die Bürgerinnen und Bürger, die hatten den Mut, sie haben mit uns blockiert, protestiert und gezeigt: Nazis sind hier nicht erwünscht. Ihr Hass und ihre Gewalt haben bei uns keinen Platz.“, so Judith Kissel vom Kritischen Kollektiv / interventionistische Rhein-Neckar, „Da muss Worms noch viel dazulernen.“

Weitere Berichte auch vom Rest der Kundgebungstour

Beobachternews: http://www.beobachternews.de/2014/04/12/hunderte-im-rhein-neckar-raum-gegen-npd-auf-der-strasse/

Linksunten: https://linksunten.indymedia.org/de/node/110648

Wormser Zeitung: http://www.wormser-zeitung.de/lokales/worms/nachrichten-worms/worms-hunderte-gegendemonstranten-uebertoenen-npd-parolen_14053164.htm

PM vom 09.04.2014: Schöner leben – Nazis stoppen

„Schöner leben — Nazis stoppen!“

 

Buntes Blockadebündnis setzt sich auch der NPD in den Weg

 

Worms, den 09.04.2014 — Nach der Absage des Aufmarsches der Partei „Die Rechte“ am 12. April kündigt nun die NPD unter dem Motto „Europa wählt rechts — die Pfalz wählt NPD!“ ihr Kommen an. Am „Römischen Kaiser“ wollen die Nationalisten ihre Zulassung zur Kommunalwahl feiern und weiter für Ihr Weltbild werben.

 

Zahlreiche Bündnisse, Zusammenhänge und Einzelpersonen haben in den vergangenen Wochen und Monaten an verschiedenen Konzepten gearbeitet, ihren Protest gegen die Hetze der Rechten kundzutun und sind auch nach der Absage des Aufmarsches in der Stadt präsent. Ein großer Akteur darunter ist das Aktionsbündnis „Schöner leben — Nazis stoppen“, dem sich zahlreiche Gruppen aus Worms und der Region, Parteien und Jugendorganisationen angeschlossen haben. „Unsere Aktionsform am 12. April“, so Sven vom Kritischen Kollektiv/ iL Rhein Neckar, „bleibt selbstverständlich das Blockieren, eine überaus konstruktive Form des zivilen Ungehorsams, die seit Jahren sehr erfolgreich ist. Wir werden versuchen, uns auch der NPD am ,Römischen Kaiser‘ in den Weg zu setzen. Und sollte dies nicht gelingen, sind wir — durch Glocken, Pfeifen und Rufen — zumindest so laut, dass ihre Hassparolen nicht zu verstehen sind.“

 

Zu den bunten Blockaden und Protesten des Bündnisses sind alle Menschen eingeladen, die sich mit der Aktionsform der Sitzblockade identifizieren können. Dennoch ist das Bündnis glücklich über die Vielzahl an Aktionsformen, denen man sich am 12. April anschließen kann: „Es wird für jeden etwas dabei sein. Von der Menschenkette in der Innenstadt bis zur gezielten Blockade bei uns.“, führt Heiko Kramer vom Bündnis Alternativkultur aus, „Wir freuen uns, dass sich so viele Menschen aus Gemeinden und Verbänden engagieren — das ist unsere Pflicht als Gesellschaft. Wir können da nicht wegsehen.“ Am 12. April 1933, am kommenden Samstag vor 81 Jahren, wurden der 24-jährige Rudolf Benario und der 25-jährige Ernst Goldmann nach bestialischer Misshandlung von den Nazis im KZ Dachau ermordet, sie waren die ersten Menschen, die in einem Konzentrationslager ermordet wurden — Millionen weitere sollten folgen.

 

„Es ist uns wichtig, diese Erinnerung wachzuhalten. Daher wünschen wir uns, dass unser Engagement von Politik und Gesellschaft mitgetragen werden. Von unseren Blockaden wird keine Gefahr ausgehen, im Gegenteil: sie soll sich der Gewalt der Nazis gegen Migrant_innen, Homosexuelle, Roma, Menschen mit Behinderung, Juden und vielen anderen Gruppen entgegensetzen. Wir lassen uns nicht gegen unsere Mitmenschen aufhetzen und wir dulden den Hass gegen sie auch nicht. Das muss deutlich werden.“, so Judith Kissel vom Kritischen Kollektiv / iL Rhein-Neckar. Treffpunkt ist um 10.00 Uhr am angemeldeten Infostand der Piratenpartei am „Römischen Kaiser“.

 

* * *Aktionsbündnis „Schöner leben — Nazis stoppen!“ * *

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